Thérèse Raquin - Émile Zola

Zwei unmoralische Menschen, deren Existenzen umeinander kreisen und die ihren innersten Begierden wie Lust, Leidenschaft, Gier und Neid nachgeben, dabei ein unvorstellbares Verbrechen begehen und mit den Konsequenzen dieser Tat nicht leben können. Zugegeben, dieses Buch ist keine Sonntagsabendunterhaltung à la Pilcher oder Lindström. „Thérèse Raquin“ ist in jeder Hinsicht ein düsteres und deprimierendes Buch, welches mir aber richtig gut gefallen hat. 

Dies ist hauptsächlich dem Schreibstil Zolas geschuldet, der mich förmlich an dieses Buch gefesselt hat. Es zieht sich eine bedrohliche, düstere und bedrückende Atmosphäre durch das ganze Buch, welche in der Szene im Pariser Leichenschauhaus und im Schlafzimmer von Therese und ihrem Mann ihren Höhepunkt findet. Diesen subtilen Horror, den Zola hier verbreitet, finde ich großartig.

 

Kleine Abstriche muss ich jedoch machen. Zum einen hat es richtig viele Wortwiederholungen gegeben, dies kann jedoch der Übersetzung, die ich gelesen habe, geschuldet sein. Und zum anderen hat mir das Ende nicht sonderlich gefallen, da dieses einfach zu gehetzt war. Hier hatte ich das Gefühl, dass Zola keine Lust oder keine Zeit mehr hatte, seinem Buch ein etwas ausführlicheres Ende zu geben.

 

Dies war mein erster Zola und da mir bereits dieses Buch gefallen hat, wird es garantiert nicht mein letzter Roman von ihm gewesen sein.