Alles muss versteckt sein - Wiebke Lorenz

Marie sitzt wegen Mordes an ihrem Freund Phillip in der "Forensischen Psychiatrie". Genau dieses Szenario hat sie sich schon hundertemale in ihren Gedanken ausgemalt: Marie hat aggresive Zwangsgedanken und diese Gedanken richten sich gegen die Personen, die sie liebt. Aber Denken ist nicht gleich Tun, oder etwa doch? Zusammen mit ihrem Psychiater begibt sich Marie auf eine Reise in ihre Vergangenheit, um die Wahrheit rauszufinden.

Und wir als Leser gehen zusammen mit Marie auf diese Reise. Ein Großteil des Buches bestehen aus eben jenen Rückblenden in Maries Leben und der Frage, was wirklich in der besagten Nacht passiert ist, an die sich Marie nicht erinnern kann. Diese Passagen sind so spannend geschrieben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und es mehr oder weniger in einem Rutsch durchgelesen habe.

Die Handlung bezieht einen Großteil ihrer Faszination aus dem Krankheitsbild der aggresiven Zwangsgedanken und der Frage, wie man aus diesem Kopfgefängnis ausbrechen kann und mit dieser schlimmen Erkrankung leben kann. Marie hat solche Gedanken, setzt sie diese dann auch in die Tat um? Oder passiert alles nur in ihrem Kopf? Als Leser erhält man faszinierende Einblicke in die Gedankenwelt eines Menschen, der an solch einer Krankheit leidet, und der Konsequenzen, die eine Krankheit wie diese mit sich bringt. Dies hat mir an diesem Buch besonders gut gefallen.

Eine Thriller der etwas anderen Art, für den ich gerne eine Leseempfehlung ausspreche.