Ich wollte den ersten Band der Thursday Next-Reihe von Jasper Fforde nur anlesen, bin aber dann prompt bei diesem tollen Buch hängengeblieben und habe die ersten 150 Seiten praktisch in einem Rutsch durchgelesen. Jasper Fforde verbindet in diesem Buch Thursday Next´s reale Welt (die eine Parallelwelt zu unserer ist) auf wunderbare Art und Weise mit der Welt der Literatur. Hier kommt dann auch ein Gedicht von William Wordsworth mit dem Namen "Narzissen" zur Sprache, welches ich sehr schön finde:

 

 

 

 

Narzissen


Der Wolken gleich, zog ich einher

die einsam zieht hoch übers Land,

als unverhofft vor mir ein Meer

von goldenen Narzissen stand.

Am See, dort wo die Bäume sind,

flattern, tanzten sie im Wind.

 

So stetig wie der Sterne schein,

und Funkeln hoch am Himmelzelt,

war´n sie in endlos langen Reih´n 

am Saum der Bucht entlanggestellt.

Zehntausende, auf einen Blick,

bogen im Tanz den Kopf zurück.

 

Ihr Tanzen übertraf sogar

des Wellentanzes Funkelschein:

in dieser ausgelass´nen Schar

muss selbst ein Dichter heiter sein!

Ich schaut´ und schaute, kaum bedacht,

welch Wohl dies Schauspiel mir gebracht.

 

Denn oft, wenn auf der Couch ich ruh´

gedankenschwer, des Grübelns leid,

gesell´n dem Herzen sie sich zu:

dies ist das Glück der Einsamkeit.

Erfüllt von Glück mein Herz dann singt

mit den Narzissen tanzt und springt.

 

 

 

Source: http://gedichte.xbib.de/Wordsworth_gedicht_Narzissen.htm